Hallo,
ich war noch nie so kurz in einer Arztpraxis.
Anlass war eine klassische urologische Vorsorgeuntersuchung, für die mir meine Versicherung einen Gutschein übersandt hatte. Mein Fehler war vermutlich, dass ich Privatpatient bin. Denn nach einer theatralischen, kurzen Begrüßung wurde mir als erstes, den Gutschein schwenkend, mitgeteilt, dass ich völlig falsch versichert sei. Eine sinnvolle Vorsorgeuntersuchung müsse viel umfangreicher sein, halt so, wie sie ja jeder deutsche Mann jedes Jahr durchführen lasse.
Ob des Verhaltens etwas erschrocken, fragte ich, ob er mir denn sagen können, was alles aus seiner Sicht notwendig sei und um welchen finanziellen Rahmen es sich dabei handeln würde. Ja, das könne er mir sagen und er begann im PC in früheren Patientenakten zu blättern. Er wurde auch sehr schnell fündig und teilte mir mit, dass die Mindestuntersuchungen rund 600 Euro kosten würden. Ich verabschiedete mich umgehend mit dem Hinweis, dies mit meiner Versicherung zu besprechen. Irgendeine Form von Untersuchung oder auch nur Abfrage persönlicher Informationen erfolgte nicht.
Die Rücksprache bei meiner Versicherung löste dort Kopfschütteln und relatives Entsetzen aus. Eine Untersuchung in dieser Größenordnung, ohne einen konkreten Anhaltspunkt auf eine Erkrankung, sei völlig überzogen. Man gab mir Hinweise, was aus ihrer Sicht über den gesetzlichen Umfang der Vorsorgeuntersuchung (=Inhalt des Gutscheins) sinnvoll sei, was aber finanziell erheblich unter dem von Dr. Siddiqyar angesetzten Rahmen liegt.
Es wird sicher nicht überraschen, dass ich die Praxis nicht mehr betreten habe. Nichtsdestotrotz war man sich seitens der Praxis nicht zu schade, mir sogar für diese Beratung eine Rechnung zu schreiben. read more