Ich war im Mai 2013 bei Herrn Dr. Vargas. Was schon beim Betreten des Wartezimmers auffiel auf jedem Stuhl lag ein in Folie eingeschweißter Zettel. Darauf war die Information, dass die Patienten Abstand davon nehmen sollten, dem Doktor die Hand zu geben. Auf der Toilette hing ein Zettel an der Türe, auf dem auf Sauberkeit hingewiesen wurde und dass ja überall Gebühren genommen werden in dieser Praxis jedoch sei der Toilettenbesuch noch kostenlos. Ich dachte nur, das kann ja lustig werden. Während ich wartete, wurde die Sprechstundenhilfe, die mutmaßlich die Ehegattin von Herrn Dr. Vargas ist, nicht müde, am Telefon alle Termine abzulehnen und die persönlich vorsprechenden Patienten wegzuschicken mit dem Hinweis, der Doktor hätte heute ein Gutachten. Ich wusste zwar nicht, wie lange so etwas dauert, hatte aber nicht vor, den ganzen Tag da zu bleiben. Nebenbei erfuhr ich dann auch, dass in der kommenden Woche in Simmerath Markt sei, der Doktor keinen Parkplatz vor dem Haus bekommt und deshalb die Praxis geschlossen bleibt. Diskretion gab es überhaupt nicht. Im Wartezimmer konnte ich jeden Patientennamen deutlich verstehen. Die Untersuchung selbst fand in einem Raum mit einer Liege statt. Herr Dr. Vargas war sehr bemüht, dass diese Liege während des Gesprächs zwischen uns blieb (1,5 Stunden lang) als Maßnahme mir bloß nicht zu nahe zu kommen. Das passte natürlich gut zu seinem Wunsch, auf Händeschütteln zu verzichten. Vor der körperlichen Untersuchung fragte er mehrmals, ob ich damit einverstanden sei und ich hatte den Eindruck, es wäre ihm sehr recht gewesen, wenn ich abgelehnt hätte. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und deutlichem Stöhnen machte er sich dann an die Untersuchung. Ich muss dazu sagen, dass ich eine eher sportliche und attraktive Frau bin. Um die Kraft in meinen Armen zu testen, fasst jeder andere Arzt meine Hand an nicht so Dr. Vargas. Er nahm sein Reflex-Hämmerchen, umfasste dieses oben und unten mit seinen Händen und forderte mich auf, den Stiel in der Mitte zu greifen. Noch nie in meinem Leben hatte ich das Gefühl, dass jemand einen Psychiater nötiger hätte, als dieser Arzt. Bei der Anamnese erzählte ich von dem Missbrauchserlebnis in meiner Kindheit. In dem darauf folgenden Gespräch war Dr. Vargas nicht in der Lage Missbrauch von Vergewaltigung zu unterscheiden. Ständig sprach er von Vergewaltigung, was mich als Missbrauchsopfer enorm verunsicherte. Auch habe ich noch nie so wenig Wohlwollen gespürt. Da ich nun schon längere Zeit krank bin, wollte er nicht nur wissen, warum ich meinen Arbeitsplatz nicht gekündigt hätte er drängte mich dazu, meine Kündigung einzureichen, weil ich doch meinem Arbeitgeber nicht zur Verfügung stünde. Sein schlechtes Deutsch störte mich überhaupt nicht und ich kann mir vorstellen, dass dieser Arzt bei rein neurologischen Beschwerden bedingt helfen kann, sofern keine körperliche Untersuchung nötig ist als Psychiater ist er jedoch denkbar ungeeignet. read more