Wir waren im Januar zu viert in der Kantina. Das Ambiente:
Ich kenne die alte La Cantina in den gleichen Räumen und muss sagen, dass sich die Einrichtung der neuen Kantina nicht großartig unterscheidet. Für meinen Geschmack ist die Einrichtung im Gästeraum zu minimalistisch. Allerdings muss man auch berücksichtigen, das sich eine gute Einrichtung eben nicht alleine durch einen teuren Innenarchitekt lösen lässt. Die Probleme mit der Akustik hatten die Vorgänger auch. Trotzdem war der laden ständig voll.
Ich habe den Inhaber auf die Einrichtung und die manglende Außenbeleuchtung angesprochen und er versicherte mir, dass die Beleuchtung des gesamten Aussenbereichs in Kürze erfolgen wird. Der Innenbereich werde mit der Zeit sorgfältig ergänzt.
Alles im allen fällt die Location weder positiv noch negativ auf. Spätestens im Sommer wird sich das ändern. Der Aussenbereich der Location ist legendär (TagEins). Der Service:
Was den Service angeht bin ich verwöhnt. Das mache ich mir in der gutbürgerlichen Küche, wozu ich die Kantine zähle, immer bewusst. Unsere Bedienung war sehr freundlich und wir saßen nie vor leeren Tellern oder Gläsern. Allerdings fiel auf, dass die doch sehr jungen Damen noch in der Einlernzeit sind. Mein Digestive war der Bedienung nicht bekannt. Das darf passieren, aber der Gast sollte das nicht merken und bei 5 Digestives auf der Karte könnte das zudem peinlich werden.
Nichtdestotrotz ist der Service im Vergleich zu ähnliches Gaststätten in Freiburg eher positiv aufgefallen. Die Mängel, die ich sehen konnte, werden bei richtiger Motivation mit der Zeit von selber verschwinden. Die Küche und die Karte:
Ich mag übersichtliche Karten und diese Karte ist sehr übersichtlich.
Als gebürtiger Spanier stellen sich aber bei dem Begriff Happas meine Haare auf, daher verwende ich im Folgenden Tappas und verdränge dieses Unwort wieder. Wir hatten 5 verschiedene Tappas, die alle hevorragend waren. Der Tafelspitz fiel besonders gut auf.
Die Karte zeigt zuerst kalte, dann warme Tappas und abschließend die Hauptgerichte. Die Hauptgerichte haben keine Beilagen. Möchte man die ebenfalls sehr guten Käseknöpfle zu den Schweinebacken haben, muss man eine Tappa Knöpfle dazu bestellen. Das ist meiner Meinung nach verwirrend. Entweder wir haben weniger Tappas, Hauptgerichte und Beilagen, die mal Tappas waren oder wir setzen die Tappas nach den Hauptgerichten mit einem netten Hinweis, dass diese als auch als Beilagen bestellt werden können. Wir hatten als Hauptgericht den Rinderrücken mit badischer Salsa, die gemorten Schweinsbacken und Rinderrouladen. Die Zutaten waren alle frisch und an der Zubereitung war nichts auszusetzen.
Die Karte ist bis auf die Sache mit den Happas und den Beilagen einwandfrei. Die Küche ist besonders gut aufgefallen und zeigte, dass eine kleine Karte eben doch zu besseren Ergebnissen führen kann. Fazit:
Ich halte es für sehr gewagt eine spanisch-badische-Fusion-Küche zu etablieren. Allerdings wäre ohne diese Idee die Kantina eine von vielen in Freiburg. Freiburg ist aber auch nicht sonderlich spanisch. Freiburg ist multikulturell. Nur mit spanische Gerichten und oder Namensgebungen sind der Kreativität unnötige Grenzen gesteckt. Ich empfehle badische Gerichte zu analysieren und Gemeinsamkeiten in der ganzen Welt zu suchen. Also Schweinebacken im Tajine mit Tajine-Gewürzen. Es gibt herrlische mini-Tajines für wenige Euros. Die lassen sich super vorbereiten. Oder eine Art Fideuá mit Spätzle und Meeresfrüchten. Pizza mit Münsterkäse und Schwarzwaldspeck usw
Mein Besuch lässt viele Fragen offen. Schon alleine deswegen werde ich wiederkommen. Spätestens wenn der Biergarten auf hat und zur International-badischen-Fusion-Küche auch entsprechende Musikevents kommen wird die Kantina ein voller Erfolg.
Genau das wünsche ich den Machern auch.
Den letzten Stern bewahre ich für die erwartete Steigerung auf. read more