Auf der Suche nach einem Friseur, der mir kurzfristig einen Termin gibt und nicht allzu teuer ist, bin ich am Silvestermorgen leider auf die Haarmacher gestoßen. Die kurzfristige Terminvergabe ist leider das einzig Positive:
Angefangen bei dem Telefonat, bei dem die Friseurin am liebsten schon bis ins kleinste Detail wissen wollte, was ich gerne haben möchte. Abgesehen davon, dass ich gerne meinen Ansatz gefärbt und die Spitzen geschnitten haben möchte, lasse ich mich bei einem Friseurbesuch gerne lange beraten und entscheide mich dort schon mal spontan für etwas ganz anderes. Dabei möchte ich nicht das Gefühl haben das wählen zu müssen, was dem Friseur am besten in seinen Zeitplan passt.
Gut, Ansatz und Spitzen schneiden gewählt, komme ich am Silvestermorgen dort an und werde von einer muffligen Friseurin begrüßt. Das kann ja lustig werden.
Ich sitze also vor dem Spiegel, gewillt mir nicht die Laune verderben zu lassen und warte darauf, was mir die Friseurin so vorschlägt.
Das sah dann folgendermaßen aus: die Gute stand neben mir und fragt, was es sein darf.
Ich sage, dass ich auf jeden Fall meinen Ansatz gefärbt haben möchte und ein bisschen die Spitzen geschnitten.
Ohne mir ein einziges Mal in die Haare zu fassen, sagt sie: also wieder stufig.
In mir schrillen die Alarmglocken, ich habe einen Bob, da ist keine einzige Stufe zu finden. Sage auch, naja halt wieder nachschneiden. Dann verkündet sie mir noch, dass sie erst schauen muss, wie sie das zeitlich schafft mit dem Ansatz, da der ganze Kopf gesträhnt werden muss. Aha.
Nein, das muss leider die Kollegin machen. Aha. Während sie und ihre Kollegin in der Farbkammer darüber beraten, welche Farbe wohl auf meinen Kopf passen könnte, kommt doch tatsächlich die Chefin des Ladens auf mich zu.
Beim nächsten Mal sagen Sie bitte gleich am Telefon, dass Sie Farbe bekommen.
Ähm, das sagte ich doch, ich möchte den Ansatz nachgefärbt haben.
Ja, aber das ist ein zeitlicher Unterschied, ob es gesträhnt werden muss oder nicht.
Ähm entschuldigung, ich bin leider keine Friseurin, das weiß ich leider nicht so genau.
Ja, das ist schon klar, haha, ich mein nur für das nächste Mal, haha. Sorry, U., ein nächstes Mal wird es hier sicher nicht geben.
Als die Kollegin meiner Friseurin dann anfängt, mir die Haare zu strähnen, weiß ich auch, warum das zeitlich nicht passt. Es ist im Schneckentempo. Und kritische Fragen der Kollegin wie: Machst du das immer so breit, und wirklich so? und kritische Blicke der Chefin beruhigen mich kaum.
Das Gesträhne ist endlich vorbei, ich bekomme ein bisschen zu lesen und beschließe, dem Laden nicht mehr Geld als nötig in den Rachen zu werfen.
Ich möchte dann doch keinen Schnitt bitte. Tut mir leid M., jetzt habe ich deinen Terminplan schon wieder durcheinander geschmissen.
Als ich dann endlich fertig gewaschen war, föhne ich anschließend auch lieber selber. Die 18 Euro spar ich mir. Tja, leider waren die 46 Euro für die Farbe auch für die Katz, ich sah danach genauso aus wie vorher und starte leicht frustriert in den Silvesterabend. Was ich daraus gelernt habe: ich gehe lieber nur alle drei Monate einmal zu Schnittkunst, als jemals wieder zu Die Haarmacher! read more