Hier geht's gut und günstig habe ich Ende September gedacht. Auf der Internetseite des Salons und am Schaufenster stehen ja ziemlich niedrige Preise, und da meine Haare mir wichtig sind und ich viel dran machen lasse, dachte ich, da kann ich gut was sparen und bin rein.
Leider hat sich zwischen Erwartungshaltung und Realität schnell eine Kluft aufgetan, die nicht mehr zu überbrücken war.
Aber der Reihe nach. Zunächst, als ich reinkam, wurde ich in dem Salon gar nicht wahrgenommen, dann fragt mich abe doch noch ein Mädchen, das erkennbar jünger ist als ich: "Hast'n Termin?"
Den hatte ich zwar, aber Hallo? Haben wir schonmal zusammen Schweine gehütet, oder was? Wieso duzt die mich?
Naja, glücklicherweise war das nicht meine Friseurin, sondern ein Azubi. Da ist also noch Hoffnung drin. Soweit so gut. Ich bin dann mit meiner Friseurin zum Platz und erzähle also, was ich will, und meine Friseurin nickt dabei ab und zu. Zwischendurch greift sie auch schonmal in meine Haare und meint dann, dass da wohl noch ne Kur rein müsse. Wat mutt, dat mutt, hat schon Mutti immer gesagt, also ok. Ich hatte ihr erzählt, was ich wollte, und dazu hätte gehört: Haareschneiden, Strähnen und Farbe, Föhnfrisur und eben die Kur. Ich hatte das draußen schonmal überschlagen und kam auf einen Preis zwischen 80 und 90 Euro. Das ist schon ein Schnapper.
Ich lasse sie also machen, und vertiefe mich in mein Handy. Nach gut zwei Stunden sind wir fertig, aber als ich mir das ganze im Spiegel anschaue, sehe ich gar keine Highlights im Haar. Wo sind meine Strähnen. Sie hat doch vorhin den Pinsel geschwungen, oder nicht? Die Färbung ist zwar ganz gut gelungen, der Schnitt war nicht wirklich aufwändig bei meinen Haaren, aber die Strähnen hätte ich schon gerne auch gesehen, wenn ich sie bezahlen soll. "Ja, das hat schlecht angenommen," meinte meine Friseurin. "Das kann schonmal vorkommen. Nächstes Mal machen wir das 'n bisschen heller."
Zu dem Zeitpunkt war mir schon klar, dass es kein nächstes Mal geben würde. Ich also mit ihr zur Kasse, und dann traf mich der Schlag, und zwar hammerhart mitten auf die Ohren. Als sie plötzlich 119 Euro von mir haben wollte. Ich fragte nochmal nach (nicht dass aus Versehen, die Kundin neben mir noch mit auf meiner Rechnung gelandet war), aber nein, das wäre schon richtig so. Meine Haare wären ja auch länger, da ist das teurer. Na super. Wäre schön, wenn mir das vorher jemand mal gesagt hätte. Aber was soll's. Jetzt kann man da schwerlich dran rumargumentieren. Gibt es nächste Woche eben nur Leitungswasser und trockenes Brot. Na gut, so schlimm war es auch nicht, aber geärgert habe ich mich schon. Meine Friseurin und die Kollegin, die bei ihr stand, kamen aber auch nicht auf die Idee, mir wegen der unsichtbaren Strähnen irgendwie entgegen zu kommen. Vielleicht mit einem Shampoo oder einem Guschein. Nichts. Da kam gar nichts. Deswegen habe ich meine Weihnachtsfrisur auch nicht mehr dort machen lassen, sondern bei einem Friseur, den ich für erheblich teurer gehalten hatte, der es aber überraschenderweise gar nicht war.
Doch das, liebe Freunde, ist eine ganz andere Geschichte. read more