Zweimal überlegen, bevor man für Standardeingriffe in die Heimsuchung geht!!!
Ich sollte am 7.12. für eine Portimplantation (dauerhafter Venenzugang für Chemotherapie unter dem Schlüsselbein) um 7.00 früh nüchtern erscheinen, die OP sollte gegen 11.00 stattfinden. Kurz nach meiner Ankunft sagte mir die Schwester, dass ich gleich operiert werden soll, ich zog also hektisch die OP-Sachen an und nahm die Medikamente ein. Auf dem Weg durch den Flur stellte sich heraus, dass ich mit einer Patientin gleichen Namens (es ist ein sehr alltäglicher Name...) verwechselt wurde. Dann verbrachte ich den Vormittag in meinem Zimmer, bis um etwa 12.00 die Ärztin erschien, die mich operieren sollte und mir sagte, dass es gegen 13.00 losgeht. Auf meine Frage, ob ich dann nicht nochmal Medikamente nehmen sollte die Wirkung ließ bereits nach, antwortete sie, das sei nicht nötig. Ich informierte sie darüber, dass ich aufgrund einer falschen Lagerung bei meiner Mammakarzinom-OP am 24.11. einen eingeklemmten Nerv habe und sehr starke Schmerzen in der rechten Schulter und im rechten Arm, was bei der Lage während der Operation beachtet werden müsse.
Ich kam dann in den OP, wo sich herausstellte, dass die Schwestern auf der Station sowohl vergessen hatten, einen Zugang zu legen, als auch irgendein Medikament zu verabreichen. Zunächst wurde auf die Lagerung meiner Schulter und meines Arms noch Rücksicht genommen, sobald die OP mit örtlicher Betäubung begann, wurde jedoch die Liege so verstellt, dass ich aufgrund der Spannung massive Schmerzen hatte. Ich konnte zu diesem Zeitpunkt keinerlei Effekt der Schmerz- und Beruhigungstabletten, die ich um 7.30 bekommen hatte, mehr bemerken. Ich bat also um ein Schmerzmittel, worauf mir Voltaren-Tabletten angeboten wurden. Da Tabletten mindestens 20 Minuten brauchen, um zu wirken und Voltaren nicht gerade ein starkes Mittel ist, konnte ich das nur als absurd empfinden. Ich bekam dann auf Nachfrage Novalgin über den Tropf, was nur wenig half.
Dann durfte ich miterleben, mit welcher Inkompetenz die Ärztin ihre Arbeit tat. Es war offensichtlich niemand bekannt, wie das Röntgengerät funktioniert. Nachdem dieses Problem irgendwann gelöst war, tauchte kurze Zeit später ein neues auf: Wie kann man denn eine Aufnahme von einem bestimmten Ausschnitt mit dem Röntgengerät machen? Schön, wenn man sich mit der Technik auskennt. Mittlerweile wurde Naht um Naht gesetzt, da es mit dem Port offensichtlich nicht klappte. Als Patientin fühlte ich mich extrem alleingelassen, nur eine Schwester erkundigte sich dann und wann nach meinem Befinden.
Nach einer Stunde und 15 Minuten oder etwas mehr üblich sind wohl 30-45 Minuten war es dann endlich beendet. Auf dem Rückweg zum Zimmer wurde ich dann prompt erstmal ins falsche Zimmer gebracht. Ich habe das Krankenhaus gegen 16.00 voller Wut verlassen.
Resümee: Die Naht sitzt direkt über dem Port, was, wie mir ein auf Ports spezialisierter Chirurg bestätigte, überhaupt nicht üblich ist. Über das Schlüsselbein verläuft eine Naht, wie mir eine praktische Ärztin und Osteopathin erklärte, was den ganzen Bereich dort stört. Die Wunde war über Wochen so angeschwollen, dass die erste Chemotherapie gar nicht über den Port stattfinden konnte. Die Probleme in meinem rechten Arm haben sich über Wochen verstärkt, weil die schlecht heilende, stark geschwollene Wunde auf den Arm ausstrahlte. Im Januar habe ich dann eine Thrombose über dem Port bekommen, was bei so schlampiger Arbeit wahrscheinlich zu erwarten war. Leider wurde ich von keinem Arzt über die Möglichkeiten prophylaktischer Heparin-Spritzen aufgeklärt. read more