Durch Zufall habe ich das Café vor einem halben Jahr entdeckt, als ich im Hotel in Via übernachtet habe und von dort aus zur Pader spaziert bin. Ich fand die Lage nett und die vielen Bücher in den Fenstern lockten mich. Jetzt war ich wieder dort und das Café kam mir noch staubiger und leicht angeschmuddelter vor als im Frühjahr. Die Bücher gab es immer noch, jeder kann welche vorbeibringen, die er loswerden will und die werden dann dort per Waage nach Gewicht verkauft für einen gemeinnützigen Zweck. Super Idee! Den angejahrten Verkaufsraum als winzig zu bezeichnen, wäre noch geschmeichelt. Das Cafe ist aber überraschend geräumig und schön plüschig ohne tantenhaft zu wirken. Nur mit der Sauberkeit haperte es auch hier. Da ich Szene-Cafés genauso überhaupt nicht mag wie Oma-Tortencafés, war ich von der Mischung beim Publikum sehr angetan beste Freundinnen in jedem Alter, Familien, Studis, junge Berufstätige und Rentner bunt und fröhlich durchgemischt. Das war sehr menschelnd und hatte was. Die beiden jüngeren weiblichen Servierkräfte wirkten bereits morgens um 11 etwas derangiert, planlos, vergesslich und völlig neben der Spur. Die Zettelwirtschaft mit den anzukreuzenden 5 Teilen für ein Frühstück fand nicht nur ich nervig, teilweise spielten sich an den Tischen loriothafte Szenen beim Wett-Ankreuzen und Zählen ab. Zudem wird das Ganze schnell teuer, wenn man zusätzliche Beilagen wählt ein winziges Schälchen Honig für 95 Cent extra ist dann schon ganz schön happig. Eine Scheibe Brot und zwei Brötchen sowie ein Glas O-Saft und zwei Stückchen Butter sind im Grundpreis enthalten, der Kaffee muss extra gezahlt werden und schmeckte trotz angeblicher Bio-Qualität wie Spülwasser. Die Rühreier waren in grausligem Billigfett gebraten, Tomaten und Mozarella, da billig im Einkauf, gab es doppelt und dreifach, Käse reichlich wenig und der Quark schmeckte wässrig und war offenbar mit Wasser gestreckt worden. Obst gab es gar nicht zum Frühstück. Dafür dann summa summarum 11,74 Euro zu zahlen, war schon happig. Dafür bekomme ich woanders ein Sektfrühstück. Die Brötchen war zäh und gummiartig und offenkundig vom Vortag. Serviert wurden sie ohne Serviette oder Papiereinlage in einem uralten abgenutzten Brotkorb, was ich ekelig und unhygienisch fand. Serviert wurde zudem lieblos, etwa eine Kerze anzuzünden Fehlanzeige. Die schöne idyllische Lage und das urige Ambiente zieht viele Gäste an, aber beim Frühstück stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach nicht. read more