Immer wieder schön zu sehen, wie die Brothaus-Belegschaft jeden Morgen erneut von der Tatsache völlig überrascht wird, dass ihre Kunden morgens zum Frühstücken dort auftauchen - Ich gebe zu ich bin selber manchmal überrascht, schaut man sich Service und Atmosphäre einmal genauer an.
Der Laden wäre eigentlich das perfekte negativ Lehrbeispiel für jeden Betriebwirtschaftdozenten an unseren deutschen Unis.
Mit fast schon stoischer Ignoranz lässt der Store Manager sein Personal gewähren und hält den Laden auf Kurs - Richtung Service Wüste. Warum umsatz- und service orientiert arbeiten, wenn die Kunden-Lemminge doch jeden Morgen wieder und wieder auftauchen - egal wie schlecht der Service ist.
Früher habe ich es gehasst wenn meine Fau mich dort zum Semmeln holen hingeschickt hat - heute habe ich mich in mein Schicksal gefügt ...
Meine Highlights in 3 Jahren Brothauskundschaft:
1. "Es gibt heute keine Mehrkornsemmeln..." -- dass ich das richtig verstehe - das hochpreisige Backwerk, was doppelt so viel kostet wie die normalen Semmeln und Umsatz generieren könnte, gibt es einfach mal zur Hauptzeit zum Frühstück nicht ...
2. "Es gibt kein Brot mehr" -- 45min vor Ladenschluss gibt es im B R O T haus kein BROT mehr? Wohingegen es 50m um die Ecke beim LIDL noch 20 Uhr ofenwarmes Brot in den Regalfächern gibt und das zu einem fünftel des Preises und doppelt so lecker ...
3. Die Superschlange -- Die Geduld der Kundenlemminge wird regelmäßig auf die Probe gestellt, wenn zur Hochkonjunktur nur eine Kassiererin eine Personalunion aus Kasse, Bedienung und Putzfrau bildet. Und wenn der Store Manager eine ganz besonders witzigen Tag hatte, dann ist diese Kassiererin in der Regel auch erst den zweiten Tag im Geschäft und lernt sich quasi selbst "on the job" ein.
3.1. Schlangenmangement -- Hat sich einmal eine Superschlange gebildet, fühlt man sich als Kunde gerne an die Zeiten der Maueröffnung zurück erinnert. Getreu der Regel zwei Ladeneingänge verdienen auch zwei Schlangen führen gerne auch mal zur offenen Revolution & Chaos, wenn König Kunde nach 40 min Anstehen dann endlich am Ziel angekommen ist und nur lapidar zu hören bekommt: "Frühstück? da müssen sie sich an die andere Schlange anstellen"
4. Die Namensgebung oder "Listen & Repeat" -- fast schon arrogant könnte der Name der normalen Semmeln auf ungeübte Brothauskunden anmuten -"unsere Besten". (wenn das die besten sind - will ich die schlechten aber nicht sehen). Als Zeichen meiner Rebellion vermeide ich natürlich diesen Sing-Sang und ordere immer mit meiner eigenen Produktbezeichnung: einmal Semmeln. Ungeachtet dieser Tatsache erinnert die Brothausfachverkäuferin einen dann gerne an den richtigen Produktnamen - Listen & Repeat. read more