Auf eine nun schon über 100-jährige Geschichte blickt der Baumhof in Marktheidenfeld zurück. Dieses über Jahrzehnte hin landwirtschaftlich genutzte Anwesen wurde Anfang der 70-iger Jahre umgebaut, zuerst aus der Scheune eine Gaststätte, dann aus den restlichen landwirtschaftlichen Gebäuden Gästezimmer. Es ist erkennbar wie aufwendig und hochwertig hier zu Werke gegangen wurde und wie geschickt man die alte Hofstruktur erkennbar belassen hat. Eben dies trägt ganz sicher zum besonderen Flair des heutigen Gasthofes bei.
Die Baumhof Tenne ist ein idyllischer Landgasthof, etwas abseits von Markheidenfeld in ruhiger Waldrandlage. Obwohl mir die Gegend seit Jahren gut vertraut ist, war mir der Baumhof bislang kein Begriff. Umso überraschter waren wir, als wir dieses schmucke Anwesen nun zum ersten Mal besuchten. Schon das saubere Äußere ist ungemein einladend, viele wohlüberlegte Details und eine einfallsreiche Gestaltung des gesamten Areals heißen den Gast auf vielfältige Weise willkommen. Da ist neben dem schön bewachsenen Eingangsbereich ein harmonisch angegliederter Parkplatz, der auch Wohnmobilisten willkommen heißt, da ist zum Anwesen hin eine Wiese, die für die Hausgäste Liegestühle und Sitzgruppen bietet, da ist ein ideenreich gestalteter Kinderspielplatz und daran anschließend der große Innenhof, der durch seine Ausstattung und wohlüberlegte Gestaltung mit verschiedensten Pflanzen und sinnvoll arrangierten Utensilien aus alter Zeit' deutlich über dem üblichen Biergartenniveau rangiert. Dass hier Rad- und Wanderwege vorbeiführen, erkennt man an den anderen Gästen. Dass Reiter und Biker ebenso willkommen sind, offenbart der Hausprospekt. Dass Fahrradgaragen, Motorradstellplätze und ein Trockenraum für deren Kleidung zur Verfügung gestellt werden gehört nicht unbedingt zu den Üblichkeiten und lässt die Weitsichtigkeit der Verantwortlichen erkennen.
Die Speisekarte bietet eine interessante Palette, wo sich ebenso einfache Brotzeitgerichte finden lassen wie die Teile für ein schmackhaftes Menü. Überraschend bekamen wir als Gruß aus der Küche ein Salatblatthäppchen mit wohlschmeckendem frischen Hühnersalat. Wir wählten das Holzfällersteak vom Schwein und Rind mit Röstzwiebeln, Champignons und Spiegelei dazu Bratkartoffeln und Salat und den Tennen-Spieß mit Steaks vom Rind, Schwein und Pute mit Bratkartoffel und Salat. Die verschiedenen Fleischsorten waren auch deswegen schmackhaft, weil sie getrennt voneinander zubereitet waren, das Rindfleisch noch rosa, das Schweinfleisch punktgenau durchgegart. Nicht nur die frischen Zutaten, auch die liebevolle Darbietung der Speisen sind erwähnenswert. Besonders bemerkenswert sind die Bratkartoffel, die, ausgesprochen rösch, nicht in sondern neben der Sauce des Fleischs platziert waren. Das Gemüse war bissfest gegart und wohlschmeckend gewürzt. Wir wählten danach den Ziegenfrischkäse im Speckmantel mit Balsamico-Honig-Sauce und Weißbrot. Ausgesprochen delikat zubereitet war dieses als Vorspeise deklarierte Gericht ein schmackhaftes Käsedessert. Die gesondert angebotenen Holunderblütenkrapfen, die mit Vanilleeis und Sahne serviert wurden, waren zum Abschluss unseres Menü's ausgesprochen lecker!
Wenn wir etwas kritisieren wollten, dann bliebe bei allem nur der Espresso, der in deutscher Manier' geboten wurde: randvolle Tassen, daher dünn im Geschmack und einem normalen Bohnenkaffee näher als einem wirklichen italienischen Espresso, schade! Dies ließe sich aber ohne jeden Aufwand ändern.
Die Weinkarte bietet eine gute Auswahl überwiegend fränkischer Schoppenweine. Der Marktheidenfelder Rivaner empfanden wir als besonders typisch, doch auch der Silvaner Kabinett und der Erlabrunner Dornfelder waren gute fränkische Tropfen.
Der Chef selber kümmerte sich um seine Gäste, war stets präsent, freundlich und aufmerksam. Es war ihm ein spürbares Anliegen, dass sich seine Gäste wohlfühlen.
Wir haben uns rundum wohlgefühlt, wurden gut bedient und haben schmackhaft gegessen. Wir werden wieder kommen. read more