Auf einer Camping-Fahrradtour sind wir wegen anhaltenden Regens
im Alten Bannhaus gelandet. Der Wirt des benachbarten Mildenburg-Hotels hatte
uns dorthin weitergeschickt, weil man selbst bereits ausgebucht war. Allerdings gebe es im Bannhaus neue Pächter;
deshalb könne er zur aktuellen Qualität nichts sagen. Es sei aber anzunehmen,
dass es noch freie Zimmer gebe, da durch irrtümliche Angabe einer falschen Tel-Nr.
potenzielle Gäste gar keinen Kontakt aufnehmen könnten(?!) Von außen zeigt sich das Haus auf den ersten Blick
tatsächlich gar nicht schlecht mit originellem Ritterburgcharakter und kleinem,
urigen Innenhof. Allerdings zeigte sich der Wirt schon beim Empfang muffelig
und wortkarg; für unsere teuren Räder gab es leider nur einen Stellplatz
draußen im strömenden Regen. Für uns gab's jedoch tatsächlich noch eine Unterkunft im
Trockenen genauer gesagt: Außer uns gab es im Hotel scheinbar keine weiteren
Gäste. Das Doppelzimmer für 45EUR/Nacht (Vorkasse!) war allerdings winzig,
keine Kleiderschränke- nicht einmal eine Kleiderstange, zwei schmale
Einzelbetten mit völlig durchgelegenen Sprungfedermatratzen; winziger
Röhrenfernseher, dessen Fernbedienung max. 1 Meter weit reichte. Ebenfalls winzig war das Bad mit enger Dusche und
Plastikvorhang; als ich das Wasser aufdrehen wollte, hatte ich gleich den
Mischhebel in der Hand. Abendessen hätte es dann im urigen Gewölbekeller geben
sollen. Allerdings wären wir auch hier die einzigen Gäste gewesen; außerdem war
es dort eisig kalt, so dass wir eilig ein anderes Lokal in der Nachbarschaft aufsuchten. Am nächsten Morgen suchten wir den Frühstückssaal; im Aufzug
war dazu ein Schild, das auf den Rittersaal (mit den entsprechenden
Zimmernummern) im ersten Stock verwies. Alle Zimmertüren war verschlossen bis
auf eine. Als wir diese jedoch öffneten, stolperten wir geradewegs in das
Zimmer eines weiteren Gastes , der sich gerade anzog. Sehr unangenehm! Den Rittersaal gibt's also augenscheinlich nicht mehr;
Frühstück wird im fensterlosen (immer noch eiskalten) Gewölbekeller
serviert. Wir waren wieder völlig
allein. Vergeblich suchten wir das erwartete Frühstücksbuffet. Stattdessen
legte uns der Wirt nur wortlos die Speisekarten auf den Tisch: Ratlos
blätterten wir zunächst seitenlang durch fleischlastige
Hauptgerichts-Hausmannskost, bevor wir auf der letzten Seite einige Positionen entdeckten,
die nach Frühstück aussahen. Wir
entschieden uns für Spiegeleier, dazu Kaffee und Tee. Nach gefühlter Ewigkeit bei Kühlhaustemperaturen kamen
die Eier schließlich lauwarm, das dazu gereichte Weißbrot steinalt; der Kaffee
direkt aus der Instantdose Das karge Frühstück stellte man uns beim anschließenden
Auschecken noch für mehr als 10 EUR in Rechnung. Klar: Wir
hätten nicht davon ausgehen müssen, dass das inklusive sei. Aber darauf kommt's
dann auch nicht mehr an. Als wir die Frage nach einer weiteren Übernachtung
dankend ablehnen, lächelt der Wirt resigniert in sich hinein read more