Um fairerweise vorwegzunehmen: letzte Woche war der erste Besuch dort zu zweit in Ordnung, die Bedienung, eine junge blonde Dame, entzückend freundlich, die beiden Pizzen zwar etwas blass, aber genehm.
Hingegen waren wir heute, diesmal zu viert, über die Maßen enttäuscht. Ausgesprochen hungrig bestellten wir von der Tageskarte Forelle, Muscheln, Tagliatelle mit Pute und Pfifferlingen sowie Risotto mit Meeresfrüchten.
Die Bedienung, diesmal ein junger Mann, völlig überfordert obgleich nur fünf Tische besetzt waren, verbaselte unsere Getränke, so dass diese erst nach den Speisen, die uns vom Koch selber serviert wurden, auf den Tisch gestellt wurden. Bei einer so geringen Gästeanzahl insgesamt schon etwas schräg, aber nun, es gibt Schlimmeres.
Jedoch war gleich nach den ersten Bissen uns allen klar, dass der Koch offensichtlich dort angetreten ist, um zu dilettieren:
Die Forelle war innen noch kalt(TK-Ware) und insgesamt noch zu glasig, dazu Oliven und Kapern aus der Dose und ungesalzener und verkochter Billigst-Rundkornreis. Nachdem wir sie zurückgehen ließen, hörten wir laut und deutlich das Ping! der Mikrowelle, die in der Küche angeschmissen wurde, um die Forelle nachzubessern. Die unterirdische Soße (Pernod-haltig? Ungewürzter aber penetrant bitter-käsiger Geschmack!), die großzügig und entgegen jede Vernunft auf(!) die Forelle gegeben worden war, war wohl nur eine Variation der Sauce, welche den völlig schlappen Tagliatelle zugegeben war, die sich in dem festen Griff von Pfifferlingen aus der Dose und zerfasertem Gummi-Putenfleisch befanden. Das Risotto war ebenfalls bar eines einzigen Körnchens Salz oder Pfeffer zubereitet, vom versprochenen Flußkrebsfleisch war mit bloßem Auge nichts zu entdecken, die wenigen Miesmuscheln und die eine (1!) kleine Garnele zwischen dem keineswegs sämigem sondern blitzschnell gargekochtem Risotto kannten sich dem Geschmack nach zu urteilen auch schon ein paar Tage länger aus der Kühlung.
Zuletzt die mäßig frischen Miesmuscheln. Statt eines ordentlichen Weisswein-Sudes oder wenigstens eines schlichten Tomaten-Sugos kamen diese mit einem geschmacklosen lauwarmen Brühe-Dressing-Hybrid und Salatblättern daher, umkränzt von besinnungslos knoblauchgetränkten Crostini, gebacken aus augenscheinlich denselben steinalten Baguettescheiben, die uns im Brotkorb gerreicht wurden.
Wer auch immer sich diese Speisen hat einfallen lassen, muss ein absoluter Laie oder ein unbegabter Hobbykoch sein. Der einen sehr schlechten Tag hatte.
Wir ließen zum Teil mehr als die Hälfte stehen, beim Abräumen fragte uns der Chaot tatsächlich wie nebenbei, ob alles ok gewesen wäre und mußte sich natürlich unseren Grim anhören. Den er jedoch konziliant abwiegelte, denn jeder habe schließlich seinen Geschmack!! Nachdem ich dies als eine unverschämte Reaktion zurückwies und nach der Geschäftsführung fragte, bot er als Entschädigung 4 Tiramisu an, danach war uns natürlich nicht zumute, wir zahlten und gingen.
Fazit: Der Tee war gut. Das können sie im A Tavola. read more